Fingernagelverlängerung
Wohl fast jede Frau wünscht sich schöne, und vor allem lange Fingernägel. Die Realität sieht oft anders aus: aggressive Substanzen wie Spülmittel, mechanische Umweltweinflüsse oder schlicht die Veranlagung zu splitternden Nägel machen diesen Traum oftmals zunichte. Dabei sind gepflegte Hände die erste Visitenkarte des Menschen. Hierauf hat auch die Schönheitsindustrie reagiert und verschiedene Methoden zur Fingernagelverlängerung ersonnen. Die wohl am wenigsten zeitaufwändige ist das schnelle Aufkleben von selbstklebenden Nagelpads, die überall in Drogerien erhältlich sind. Da die Haltbarkeit hier jedoch nicht besonders hoch ist, eignet sich diese Methode eher als Faschings- bzw. Partygag oder auch für ein Fotoshooting, kurz: eine einmalige Gelegenheit.
Der dauerhaften Verlängerung und Verstärkung des Naturnagels widmen sich in speziellen Nagelstudios sogenannte Nageldesignerinnen. Sie arbeiten mit zwei verschiedenen Methoden: der Acryl- bzw. Fiberglastechnik oder der Gel-Technik. Während man früher bevorzugt die erstgenannten Methoden zur Naturnagelverstärkung nutzte, ist die heutzutage dafür am häufigsten verwendete Methode die Gel-Technik. Zwar sind Acrylfingernägel etwas preiswerter als jene aus Gel, doch sind sie wegen möglicher gesundheitlicher Risiken in die Kritik geraten. Acrylpulver wird hier mit einem Verflüssiger gemischt und muss dann schnell modelliert werden, da die Aushärtung bereits zwei bis drei Minuten später einsetzt. Beim Aushärten an der Luft findet ein chemischer Prozess statt, begleitet von einem eher unangenehmen Geruch, geschuldet dem im Acryl enthaltenen Aceton. Zudem kann Aceton das Naturnagelbett angreifen. Wirklich in die Kritik geraten ist Acryl jedoch beim Nachfüllen bzw. Entfernen. Die feinen Acrylstäube, die hier entstehen, lassen viele Nagelstylistinnen zum Mundschutz greifen, um ihn nicht einzuatmen. Bei der Kundin selbst muss zur Anhaftung des Acrylgemisches Säure auf den Naturnagel aufgetragen werden. Auch diese kann Allergien auslösen.
Bei der moderneren Geltechnik sind Allergien weitaus seltener. Das Gel, ein lichthärtender Kunststoff, ist nämlich säurefrei. Wenn die Nageldesignerin die Technik korrekt beherrscht, wird der Naturnagel durch das Gel nicht angegriffen. Durch seine harz- bzw. honigartige Konsistenz lässt es sich einfach modellieren, hiernach muss es unter einer UV-Lampe aushärten. Gelnägel sind flexibler als jene aus Acryl, sie fangen auch einmal einen Stoß ab, ohne zu brechen. Allerdings können sie nicht so dünn modelliert werden wie die Acrylnägel, weshalb sie oftmals eine künstliche Optik haben. Nur eine professionell ausgebildete Nagelstudiomitarbeiterin kann hier eine naturnahe Optik garantieren. Schließlich gilt die Maxime: In dem Moment, wo man erkennt, dass ein Nagel künstlich ist, ist er nicht gut gemacht.
